Bluthochdruck oder Hypertonie liegt vor, wenn der Blutdruck dauerhaft Werte von 140/90 mmHg oder höher erreicht. Diese weit verbreitete Erkrankung betrifft in Deutschland etwa jeden dritten Erwachsenen und wird oft als "stiller Killer" bezeichnet, da sie häufig symptomlos verläuft.
Zu den häufigsten Symptomen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und gelegentlich Nasenbluten. Wichtige Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, übermäßiger Salzkonsum, Rauchen und eine familiäre Vorbelastung. Unbehandelter Bluthochdruck kann schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder Netzhautschäden verursachen.
Die moderne Bluthochdrucktherapie umfasst verschiedene Wirkstoffklassen, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden. ACE-Hemmer wie Ramipril, Enalapril und Lisinopril erweitern die Blutgefäße und reduzieren die Herzbelastung. Betablocker wie Metoprolol, Bisoprolol und Atenolol verlangsamen den Herzschlag und senken den Blutdruck.
Die meisten Bluthochdruckmedikamente werden einmal täglich morgens eingenommen, um den natürlichen Blutdruckrhythmus zu berücksichtigen. Bei unzureichender Wirkung werden häufig Kombinationstherapien mit zwei oder drei Wirkstoffen verwendet. Wichtige Nebenwirkungen können trockener Husten bei ACE-Hemmern, Müdigkeit bei Betablockern oder Knöchelschwellungen bei Kalziumkanalblockern sein.
Herzinsuffizienz bezeichnet die verminderte Pumpfunktion des Herzens, wodurch der Körper nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Man unterscheidet zwischen systolischer Herzinsuffizienz, bei der die Auswurfleistung reduziert ist, und diastolischer Herzinsuffizienz, bei der die Entspannung des Herzens gestört ist.
Akute Herzinsuffizienz entwickelt sich binnen Stunden oder Tagen und stellt einen medizinischen Notfall dar. Die chronische Form entwickelt sich schleichend über Monate oder Jahre. Die Klassifikation erfolgt nach NYHA-Stadien von I (keine Beschwerden) bis IV (Beschwerden in Ruhe).
Die Therapie der Herzinsuffizienz basiert auf bewährten Medikamentenklassen. ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptorblocker entlasten das Herz und verbessern die Prognose. Betablocker wie Carvedilol, Metoprolol und Bisoprolol werden in niedriger Dosierung begonnen und langsam gesteigert.
Die Behandlung erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen und eine individuelle Dosisanpassung. Patienten sollten täglich ihr Gewicht kontrollieren und bei plötzlicher Zunahme den Arzt kontaktieren.
Die koronare Herzkrankheit entsteht durch Arteriosklerose, bei der sich Plaques in den Herzkranzgefäßen bilden und diese verengen. Diese Ablagerungen bestehen aus Cholesterin, Kalzium und anderen Substanzen, die den Blutfluss zum Herzmuskel einschränken. Die daraus resultierende Angina Pectoris äußert sich typischerweise durch Brustschmerzen, Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein.
Bei der stabilen Angina treten Beschwerden meist bei körperlicher Belastung auf und verschwinden in Ruhe. Die instabile Angina hingegen kann auch in Ruhephasen auftreten und gilt als Warnsignal für einen drohenden Herzinfarkt. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung ist daher entscheidend für die Herzinfarkt-Prävention.
Die Behandlung der koronaren Herzkrankheit erfolgt mit verschiedenen Medikamentengruppen. Nitrate wie Isosorbidmononitrat und Glyceroltrinitrat erweitern die Blutgefäße und verbessern die Durchblutung des Herzens. Betablocker reduzieren die Herzfrequenz und den Sauerstoffbedarf des Herzens.
Weitere wichtige Medikamente umfassen:
Bei akuten Angina-Anfällen kommen schnellwirkende Nitrate als Notfallmedikation zum Einsatz. Die Langzeittherapie konzentriert sich auf die Sekundärprävention durch kontinuierliche Medikamenteneinnahme und Lebensstilmodifikation, einschließlich gesunder Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Rauchverzicht.
Herzrhythmusstörungen sind Abweichungen vom normalen Herzschlag und können verschiedene Formen annehmen. Vorhofflimmern und Vorhofflattern gehören zu den häufigsten Arrhythmien und können das Schlaganfallrisiko erhöhen. Bei der Bradykardie schlägt das Herz zu langsam (unter 60 Schläge pro Minute), während bei der Tachykardie eine erhöhte Herzfrequenz vorliegt.
Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die das normale Herzrhythmusmuster unterbrechen. Sie können harmlos sein, aber auch auf ernstere Herzprobleme hinweisen. Die Diagnose erfolgt meist durch EKG-Untersuchungen.
Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen erfolgt mit verschiedenen Klassen von Antiarrhythmika. Klasse I Antiarrhythmika wie Flecainid und Propafenon stabilisieren die Zellmembranen der Herzmuskelzellen. Betablocker werden besonders bei stressbedingten Rhythmusstörungen eingesetzt.
Weitere Therapieoptionen umfassen:
Die Auswahl des geeigneten Medikaments richtet sich nach der Art der Rhythmusstörung, den Begleiterkrankungen und der individuellen Verträglichkeit des Patienten.
Fettstoffwechselstörungen gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das LDL-Cholesterin wird als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet, da es zur Arteriosklerose beiträgt, während HDL-Cholesterin gefäßschützende Eigenschaften besitzt. Die Zielwerte werden individuell nach dem kardiovaskulären Risiko festgelegt - bei Hochrisikopatienten liegt der LDL-Zielwert unter 70 mg/dl. Die familiäre Hypercholesterinämie ist eine genetische Störung, die bereits in jungen Jahren zu extrem erhöhten Cholesterinwerten führt und eine intensive Therapie erfordert.
Die medikamentöse Behandlung erfolgt stufenweise mit verschiedenen Wirkstoffklassen:
Regelmäßige Laborkontrollen der Blutfette sind essentiell für den Therapieerfolg. Besonders bei Statinen müssen Leberwerte und Muskelenzyme überwacht werden, da Myopathien auftreten können. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind zu beachten.
Thromboembolische Ereignisse können lebensbedrohlich sein. Venöse Thrombosen entstehen häufig durch Immobilisation, während arterielle Thrombosen meist auf Arteriosklerose beruhen. Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich. Längere Reisen, Operationen und bestimmte Erkrankungen steigern das Thromboserisiko zusätzlich.
Die Auswahl des passenden Gerinnungshemmers erfolgt individuell:
Bei Vitamin-K-Antagonisten sind regelmäßige INR-Kontrollen erforderlich, um die Dosierung anzupassen. Das Blutungsrisiko muss gegen den Nutzen abgewogen werden. Moderne Antikoagulanzien vereinfachen die Therapie durch fixe Dosierungen.